Die Regel unseres Ordensvaters Benedikt von Nursia

Die Klosterregel des heiligen Benedikt, welche vor 1500 Jahren zunächst für die Gemeinschaft von Montecassino (Mittelitalien) geschrieben wurde, ist seither  nicht nur für ungezählte Mönche, Nonnen und Schwestern, sondern auch für viele Christinnen und Christen außerhalb eines Klosters zur Richtschnur für ein Leben "unter der Führung des Evangeliums" (RB, Prolog 21) geworden.

Trotz ihrer ungebrochenen Aktualität muss jedoch beachtet werden, dass ein so alter Text immer im Kontext seiner Entstehungszeit verstanden werden muss, d.h. dass viele Einzelanordnungen der Regel in unserer Zeit und Gesellschaft nicht mehr wörtlich zu nehmen sind und somit auch nicht mehr praktiziert werden.

Diesem Anliegen kommen nicht nur die von den einzelnen benediktinischen Kongregationen erlassenen und immer wieder neu zu überarbeitenden Statuten nach, sondern auch die einzelnen benediktinischen Gemeinschaften und deren Obere müssen immer und immer wieder den Regeltext durch konkrete Auslegungen in die heutige Lebenswelt glaubhaft übertragen.

Nur so wird die Regel Benedikts auch in unserer Zeit dazu verhelfen können, dass sich bei jedem, der nach der Weisung des Evangeliums, nach der Weisung Jesu, leben will,  „sich das Herz weitet, und man den Weg der Gebote Gottes in unsagbarer Freude der Liebe geht“ (RB, Prolog 49).