„Kamen Worte von dir, so verschlang ich sie; dein Wort war mir Glück und Herzensfreude!“

(Jer 15,16)

16.30 Uhr: lectio divina (die geistliche Lesung, welcher jeder Mönch für sich in seiner Mönchszelle vollzieht)

18.00 Uhr:
Vesper (das große Abendgebet der Kirche zum Dank für Gottes wunderbares Handeln an uns)

18.30 Uhr: Abendessen anschl.: Rekreation (Zeit für das Miteinander in der Gemeinschaft)

Wenn der Abend sich langsam nähert und etwas mehr Ruhe einkehrt, wird es für uns Zeit, ein Buch in die Hand zu nehmen. Denn neben dem Gebet und der Arbeit ist die lectio divina (heilige Lesung) das dritte prägende Element benediktinischen Mönchtums. Der Heilige Benedikt fordert von seinen Mönchen, ihren Weg „unter der Führung des Evangeliums“ zu gehen, denn die Heilige Schrift ist für ihn der Raum, in dem der Mensch Gott begegnen, ihn kennen lernen und mit ihm in Beziehung treten kann. Diese Beziehungspflege ist, wie in einer Ehe, unverzichtbar: Nur wer in der regelmäßigen Teilnahme an der Eucharistiefeier und Lesung der Heiligen Schrift den Kontakt zum Herrn sucht, kann auf diesem Weg bestehen und jenes „weite Herz“ gewinnen, das in der Benediktsregel dem verheißen wird, der beharrlich den Weg der Umkehr und des Glaubens geht. Und in diesem Sinne feiern wir dann auch anschließend gemeinsam die "Vesper", das offizielle Abendgebet der Kirche, die mit dem Gruß der Gottesmutter, der sog. Marianischen Antiphon, schließt.